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Es gibt kaum ein Thema das in Personalabteilungen, Führungsetagen und auf Wirtschaftskonferenzen so häufig diskutiert wird wie der Fachkräftemangel. Die Diagnose klingt immer ähnlich: Es gibt zu wenige qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber, der Markt ist leer, die Konkurrenz schläft nicht.

Was dabei selten gefragt wird: Könnte es sein, dass das Problem nicht draußen auf dem Arbeitsmarkt liegt, sondern im eigenen Haus?

1. Die Situation, wie modernes Recruiting heute aussieht

Wer heute eine Stelle ausschreibt, tut das in einem System das auf den ersten Blick sehr effizient wirkt. Stellenanzeigen werden in Minuten erstellt, automatisch auf dutzende Portale verteilt, eingehende Bewerbungen von Softwaresystemen vorgefiltert. Applicant Tracking Systems, kurz ATS, übernehmen die erste Sichtung. Künstliche Intelligenz bewertet Lebensläufe, prüft Schlüsselwörter, sortiert aus.

 Das klingt nach Fortschritt. Und in mancher Hinsicht ist es das auch. 

Doch in der Praxis zeigt sich ein Muster, das nachdenklich stimmt: Trotz dieser Systeme bleiben Stellen monatelang unbesetzt. Trotz hunderten Bewerbungen findet sich kein passender Kandidat. Trotz aufwendiger Prozesse endet jede zweite Einstellung in einer stillen oder lauten Enttäuschung, auf beiden Seiten.

Wenn ein System zuverlässig keine befriedigenden Ergebnisse liefert, lohnt es sich, das System selbst zu betrachten, nicht nur die Ergebnisse.

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